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Smiths-Tachometer

Grundsätzliches

Mit der Änderung der zur „hohen“ Gabel und der dadurch geänderten Sitzposition wurde auch für den Fahrer der der Blickwinkel auf den Lenker verändert sodass das Ziffernblatt des bisher im Lenker eingelassenen Tachometer nicht mehr für jede Fahrergröße vollständig sichtbar war. Der Tacho wurde daher aus dem Lenker eliminiert und musste nun an anderer Stelle untergebracht werden.

Da im Zeitraum dieser Umstellung eine größere Stückzahl Nimbusse an das Militär geliefert werden sollte suchte man nach einer Lösung um die Forderung des Militärs nach einem kleineren Scheinwerfer erfüllen zu können. Man fand diesen im Produktkatalog der Firma Smiths in England. Gleichzeitig musste der bisherige Tachometer ersetzt werden. Auch hier wurde man bei der Firma Smiths fündig. Der neue Scheinwerfer war nicht geeignet einen Tachometer zu integrieren sodass man dessen Montage am rechten Gabelrohr beschloss. Diese Lösung wiederum ermöglichte auch einen größeren Scheinwerfer für zivil genutzte Nimbusse zu verbauen. Hier wurden anfangs Smiths- und später Hella-Scheinwerfer verbaut.

Smith SC 5301/21

Die verwendbaren Tachometer mussten rundherum wassergeschützt und mit einem rechtwinklig zum Zifferblatt abgehenden Ausgang für die Tachowelle und mit einem Übersetzungsverhältnis von 2:1 versehen sein. So entschied man sich bei Fisker & Nielsen für die Tachometerversion SC 5301/21. Dieser war für 140 km/h ausgelegt und mit Tageskilometerzähler und Innenbeleuchtung versehen. Der Gesamtkilometerstand wurde oben im Ziffernblatt angezeigt, die Drehrichtung verlief im Uhrzeigersinn und begann mit 10 km/h bei etwa ein Uhr. Später wurden auch ähnliche Tachometer gleicher Größe verbaut die teilweise keinen Tageskilometerzähler besaßen und nur bis 120 km/h anzeigten. Die sonstige Anordnung war jedoch identisch.

Wer heute einen solchen Tachometer kaufen möchte muss für ein gutes Exemplar etwa 400 – 500 Euro investieren. Ersatzteile für eine Restauration bekommt man jedoch noch wesentlich günstiger in England.

Wie oben erwähnt ist der Smiths ein sogenannter chronometric Speedometer. Der Duden übersetzt chronometrisch mit „auf genauer Zeitmessung beruhend„ was bei dieser Produktbeschreibung auf ein reines Uhrwerkmodell hinweist. Diese rein mechanische, und nicht wie z.B. bei Veigel und VDO verwendete magnetische Zeigerbedienung, bedarf jedoch wie unser Zeigerinstrument alter Technik am Handgelenk, einer regelmäßigen Pflege.

Reinigung und Pflege

Da der Chromring eines Smiths-Tachos immer geschraubt und nicht wie bei VDO gebördelt ist, kann dieser auch jederzeit ohne Beschädigung z.B. mit einem Ledergürtel abgedreht werden. Jetzt wird der Zeiger vorsichtig entfernt und das Ziffernblatt abgeschraubt. Nun noch die zwei Schlitzschrauben auf der Gehäuseunterseite entfernen und man hat das komplette Werk in der Hand. Der Antrieb von Tages-und Kilometerzähler sollte auf jeden Fall zerlegt und gereinigt werden. Dieses kann nun ordentlich mit fettlösendem Reiniger oder ggf. im Ultraschallbad mit Reinigungsmittelzusatz gesäubert werden. Nach sorgfältiger Trocknung wird das komplette Werk leicht mit nichtharzendem Öl konserviert. Der am Werk befindlich Filzring muss ebenfalls gereinigt und mit neuem Fett versorgt werden. Nun können alle Teile wieder verbaut werden und für die nächsten fünf bis zehn Jahre ist die Pflege getan. Die oben beschriebene Reinigung im zusammen gebautem Zustand birgt immer das Risiko, das in den Lagern noch Schmutz verbleibt.

Wer nun der Meinung ist diese Arbeit nicht selbst ausführen zu wollen oder können dem darf ich die Kontaktdaten eines gelernten Uhrmachers und Nimbus-Freundes an die Hand geben welcher sich mit deinem Tacho beschäftige würde.

hauptseite/technik/baugruppen/instrumente/tachometer/instandsetzung_smiths.txt · Zuletzt geändert: 29.04.2020 21:31 von Wolfgang Hense

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