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Ventile

Entwicklung

Im Gegensatz zu den werksseitig verbauten und später im Ersatzteilbedarf erhältlichen Ventilen, welche für die Einlass- und Auslassseite unterschiedlich waren, gibt es heutzutage nur noch einheitlich ausgeführte Ventile für beide Seiten. Da die Ventile meist aus härterem Material wie die Zylinderköpfe gefertigt waren ist ein Nachschleifen dieser im Bereich der Sitze selten notwendig.

Aufgabe

Die Ventilfedern haben die Aufgabe durch Druck gegen den oberen Federteller die Ventile zu schließen. Verringert sich die Federkraft eilt das Ventil nicht mehr schnell genug der nach oben eilenden Ventileinstellschraube hinterher. Es bildet sich kurzfristig Spiel. Gleichzeitig werden die Ventilteller nicht mehr mit genügend Federdruck gegen die Ventilsitze gezogen sodass die Ventile nicht richtig schließen. Gut zu erkennen ist diese Phänomen an den Ventiltellern. An dieses ist kein dichtender Bereich mehr zu erkennen. Dieses Syntom kann natürlich auch bei zu geringem Ventilspiel auftreten. Mehr Ventilspiel ist zu geringem Spiel immer vorzuziehen.

An der Nimbus werden, bis auf die letzten Modelle mit gekapselten Ventilen, zwei Ventlfedern pro Ventil verbaut. Diese Zwei-Feder-Konstruktion hat eine unterschiedliche Federexpansion wie eine Einfedervariante und gleichzeit eine Sicherungsfunktion bei einem Federbruch. Bei einer Einfedervariante würde beim Bruch der Feder der Druck gegen den oberen Federteller (2A/8095) ausfallen und sich hierdurch die Ventilklemmkeile (2A/8096) lösen und herausfallen können. Gleichzeitg würde das betroffene Ventil in den Brennraum rutschen, auf dem Kolben aufschlagen und einen heftigen Motorschaden verursachen.

Abmessungen

Bezeichnung Plan ETeil-Nr. Drahtstärke Windungen unbelastet 17,5 kg 11kg 9 kg 6,5 kg 4,5 kg 2,5 kg
Höhe in mm
Doppelfedersystem für offenen Ventile Motornr. 1301 - 13572
Fjeder, udvendig 2A 7015 3,0 mm 6 27 33
Fjeder, indvendig 2A 7014 2,0 mm 7 23 29
Einzelfedersystem für gekapselte Ventile Motornr. 13573 - 14015
Ventilfjeder Tillæg B 7015-2 3,25 mm 5 27 33

Einstellung

Ventilspiel Einlass 0,3 mm Auslass 0,7 mm

Das Ermitteln der Position zum Einstellen sowie das Einstellen des Ventilspiels kann kann auf mehrere unterschiedliche Weisen durchgeführt werden. Hier sollen alle Möglichkeiten vorgestellt werden.

Einstellpunkt suchen:

Die Möglichkeit zur Suche nach der für die Einstellung des Ventilspiels notwendige Position der Kurbelwelle kann erfolgen durch:

  • einen nach Entfernen der Kerzen in das Kerzenloch eingeführten Gegenstand, z.B. Bleistift, um den höchsten Punkt des Kolbens zu ermitteln. Hier ist darauf zu achten das der Gegenstand weder den Kolben durch seine Härte schädigen noch umgebogen oder abknicken werden kann. Zusätzlich ist bei dieser Variante darauf zu achten dass beide einzustellenden Ventile freigängig sind. Andernfalls befindet sich der Motor im Übergang von Arbeitstakt 4 (Ausschieben des verbrannten Gemisches) zu Arbeitstakt 1 (Ansaugen des brennfähigen Gemisches). Hier muss die Kurbelwelle um eine weitere Umdrehung durchgekickt werden.
  • die Nutzung einer Zündkerze. Hierzu ist diese auf den Kerzenstecker des einzustellendes Zylinders aufzustecken. Die Zündkerze wird nun auf dem Vergaser gelegt sodass ein Kontakt zur Fahrzeugmasse besteht. Schaltet man nun die Zündung ein und kickt den Motor langsam durch findet man die Einstellposition in dem Moment wenn die Zündkerze zündet.
  • das blosse Prüfen der Freigängigkeit beider gegenüberliegender Ventile. Diese Möglichkeit ist aber nicht annähernd genau.

Ventile einstellen

Benötigtes Werkzeug: Schlitzschraubendreher, 10er Maul-, besser Ringschlüssel, für Variante 2 zusätzlich Ventillehre

  • In dieser Variante bedient man sich der Gewindesteigung der Einstellschraube. Diese beträgt 0,75 mm.
    • Lösen der Kontermutter auf der Ventileinstellschraube mittels Ringschlüssel um eine knappe halbe Umdrehung (der Ringschlüssel wir auf der Mutter belassen).
    • Drehe die Einstellschraube mit dem Schraubendreher auf das Ventil herunter (Null Spiel - kein Druck auf das Ventil).
    • Drehe die Einstellschraube, der Schlitz der Einstellschraube dient hier zur Orientierung, um eine ganze Umdrehung auf der Auslassseite, auf der Einlassseite eine halbe Umdrehung, wieder hoch und fixiere wieder mit der Kontermutter.
    • Die 0,05 mm gegenüber dem werksseitig angegebenen Einstellmaß kann vernachlässigt werden. Dieses entspricht einer um 24° geringeren Umdrehung welches 1/15tel Umdrehung entspricht.
    • Die Methode ist auch bei eingelaufenen Einstellschrauben empfehlenswert da hierbei mit einer Ventillehre nicht mehr korrekt gemessen werden kann.
  • Die zweite Variante bedient sich einer Ventillehre.
    • Kontermutter auf der Einstellschraube lösen
    • Ventileinstellschraube mit dem Schlitzschraubendreher etwas nach oben drehen
    • Entsprechendes Fühlerlehreblättchen zwischen Ventil und Einstellschraube schieben
    • Einstellschraube langsam einschrauben bis sich das Lehrenblättchen nur noch saugend herausziehen lässt
    • Kontermutter anziehen
    • Diese Methode ist bei eingelaufenen Einstellschrauben sehr ungenau.
hauptseite/technik/baugruppen/motor/ventile.txt · Zuletzt geändert: 19.06.2016 16:45 von Wolfgang Hense

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