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Zylinderblock

Allgemeines

Der Zylinderblock der NIMBUS ist in einem Stück im Sandgussverfahren aus Grauguss hergestellt. Er ist außen mit einer hitzefesten mattschwarzen Farbe lackiert. Die Innenseite ist auf allen nichtbearbeiteten Flächen zur Bindung eventueller Sandreste mit einem roten ölresistenten Emaillelack gespritzt. Der rohe Block wird durch Bohren und Fräsen endbearbeitet.

Alle Zylinderblöcke erscheinen ähnlich jedoch sind einige kleinere Veränderungen in den verschiedenen Herstellungsjahren eingearbeitet worden. Die Offensichtlichste ist an den Kühlrippen vor und hinter dem Zylinderblock zu erkennen. Bei den ältesten Blöcken wurde eine vertikale Rippe entlang der Gussnaht stehen gelassen während diese bei der Endbearbeitung der späteren Produktionen entfernt wurde.

Eine genaue Abgrenzung zwischen den einzelnen Produktionszeiträumen ist wie bei den meisten Änderungen nicht möglich.

Zylinderblock 1301 - 1550

Motorblock 1301 - 1550

Die Ölleitung zum Getriebe wurde entlang der Auslassseite geführt. Daher gibt es eine Aussparung auf der rechten Seite. Die spätere Änderung des Schmiersystems und Verlegung der Ölleitung auf die linke Seite bedurfte einiger Modifikationen an den bisher gegossenen Blöcken. So wurden die entsprechenden Aussparungen nachträglich gefräst und die bisher verwendeten mit einem Stopfen geschlossen. Auch die Bohrungen für die zwei Öldüsen auf der linken Seite wurden nachträglich eingebracht. Äußerlich erkennbar ist dieser Block auch an der nicht erhabenen Fläche für die Motornummer und an einer Gussnaht wenige Zentimeter unterhalb der Kühlrippen. Die senkrechten Rippen vor und hinter dem Block bestehen. Der Flansch der Öleinfüllöffnung ist nicht so tief wie bei den Folgenden in die Blöcke gefräst.

Zylinderblock 1551 - ca. 2400

Die durch die Änderung des Schmiersystems notwendigen Änderungen wurden nun direkt in das Gussmodell übernommen. Hierzu zählt z.B. das Hinzufügen der Halterungen für die Spritzdüsen. Die Fläche der Öleinfüllöffnung und des Ölpeilstabes ist parallel zum Block gefräst.

Zylinderblock ca. 2400 - ca. 7500

Die Fläche für die Motornummer ist nun erhaben. Um die Öleinfüllöffnung wurde kreisförmig gefräst. Größtenteils wurden auch die Flächen für den Ölpeilstab abgerundet.

Motorblock ab 7501

Zylinderblock ab 7501 – 14015

Die vor und hinter dem Block befindlichen senkrechten Stege fallen weg. Berichten zufolge wurden diese Zylinderblöcke aus minderwertigeren und dadurch weniger verschleißfestem Gussmaterial gefertigt. Zusätzlich zu den direkt verbauten Motoren wurde einige Hundert Blöcke gegossen und mit sechsstelligen Motornummern, beginnend mit der Nummer 100001 hergestellt.

Zylinderbohrung

Alle Zylinderbohrungen eines neuen Motors betragen 60,0 mm. Die Übermaßbohrungen sind entsprechend den Kolben auf 60,6, 61,2 und 61,8 mm ausgelegt. Die verwendete Übermaßgröße wurde im zivilen Bereich auf dem unteren linken Lichtmaschinenflansch eingeschlagen. Da im militärischen Bereich eine Lichtmaschine im Schadensfall nach der Reparatur nicht zwangsläufig wieder am ursprünglichen Motor verbaut wurde wählte man hier eine andere Methode. Verschleißdaten wurden auf einem, auf der linken Schwungradgehäuseseite aufgenieteten, typenschildähnlichen Blech vermerkt.

Bei Erreichen der Verschleißgrenze des dritten Übermaßes sollte wegen nicht ausreichender Wandstärke zwischen den einzelnen Zylindern kein weiteres Maß gebohrt werden. Besser ist das Einsetzen einer Schleudergussbuchse um wieder mit dem ursprünglichen Maß von 60,0 mm zu beginnen. Die neuen Buchsen werden mit einem Nullmaß (Bohrung Zylinder = Außendurchmesser Buchse) als Übergangspassung unter Zuhilfenahme von Temperaturunterschieden der Werkstücke eingesetzt. Gegen Durchrutschen ist in den oberen Zylinderrand eine Nut zu drehen. Dem entsprechend ist die Buchse mit einem Bund zu versehen. Ein Auswandern nach oben wird durch den Zylinderkopf verhindert.

Wichtig: Eine Presspassung mit unterschiedlichen Buchsen/Zylindermaßen führt zu Rissen im Motorblock

Maße

Hubhöhe 66 mm
Hubraum
Standard 746 ccm
1. Übermaß 761 ccm
2. Übermaß 776 ccm
3. Übermaß 792 ccm
Bohrung
Standard Ø 60,0 mm
Bohrtoleranz Standardbohrung +0,000/+0,013 mm
max. Toleranz neue Bohrung +0,30 mm
Bohrung 1. Übermaß Ø 60,6 mm
Bohrung 2. Übermaß Ø 61,2 mm
Bohrung 3. Übermaß Ø 61,8 mm
Bohrung 4. Übermaß Ø 62,2 mm

Verschluss Schwungradgehäuse

1301 - 2560

Die obere Öffnung des Kupplungsgehäuses wurde anfangs mit einer Schraube verschlossen. Hætte / 8319

2561 - 14015

Um eine Belüftung des Schwungradgehäuses zu ermöglichen wurde anstelle der Schraube einen Kappe verwendet. Die Anfangs notwendige Gewindebohrung von M18 x 1,5 wurde bis zum Produktionsende bei allen Motorblöcken beibehalten.

hauptseite/technik/baugruppen/motor/motorblock.txt · Zuletzt geändert: 07.07.2016 15:15 von Wolfgang Hense

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