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Bericht aus Nimbus-Info 53 Seite 10 - 11

von Thomas Schwarz

Mein langer Kampf mit den Elektrönchen – so wenige Kabel – so großer Ärger

Es begab sich zu der Zeit als das Früh­jahrstreffen am Eidersperrwerk stattfinden sollte. Nach langem Nimbus-Entzug sattelte ich mein Gespann und machte mich auf, um als Tagesgast das Treffen zu besuchen. Durch den norddeutsch frischen Frühling trug mich das Gefährt erfolgreich zum Treffplatz. Ein netter Ort mit netten Menschen, die die Ruhe weghatten, es ließ sich sehr nett schnacken.

Ich hatte wie immer Hummeln im Hintern und musste bald weiter. Zuerst noch zum Sperrwerk und dann zurück nach Hamburg. Bis zum Sperrwerk ging alles gut. Das Wasser der Eider floss beruhi­gend gleichmäßig Richtung Nordsee. Schon bald auf der Rückfahrt wurden die Elektrönchen der Nimbus orientierungslos und vergaßen, was ihre eigentliche Auf­gabe war, nämlich die Batterie zu laden. Noch über 100 km nach Hause und kein Strom, dafür eine schön hell leuchtende Kontrollleuchte. Licht aus und besonders schnell weiter.

Die heimische Garage wurde erreicht und die Suche begann. Die Kohlen waren hinüber. Die waren schnell getauscht und ich freute mich …. zu früh. Nach Wochen ging es zur Jumbo-Rallye in die Heide. Hinweg super, während der Ausfahrt kam die rote Lampe wieder. Licht aus, die folgenden 250 km fuhr ich wieder auf Batterie (habe immer eine geladene im Kofferraum dabei). Erneute Diagnose: Kohlen weg, Bürstenhalterung ausgeleiert. Nach der Reparatur geht die Lima kurz­zeitig wieder, der alte mechanische Regler regelte aber erst zwischen 7,5 und 10,5 Volt ab. Der auf der Nimbusseite empfohlene Regler aus Holland brachte keine Abhilfe. Erneut zerlege ich die Lima. Befund: Der Kollektor ist hinüber. Zum Glück hatte ich noch einen neuwertigen liegen. Trotzdem wollte sich kein Strom­fluss einstellen. Wolfgang stand mir während der Suche immer wieder mit gutem Rat zur Seite und schickte schließlich die Erfolgsliste, die ich unter Verwendung eines Reglers von Preben und einer Lima, die von der Firma Osterhaus überprüft wurde, Punkt für Punkt abarbeitete. Hier nun die Liste von Wolfgang, die ich jedem am Herz lege, der einmal mit System vorgehen möchte.

Lichtschalter

  • durch Lösen der zwei Linsenkopf­schrauben zugänglich machen
  • Kontaktblech auf der Oberseite der Ladekontrollleuchte gegen Anschluss B des Ladereglers und Pluskontakt der Batterie auf Durchgang messen
  • Kontaktblech abschrauben, reinigen und wieder verbauen
  • Kontrolle der Ladekontrolleuchte auf Funktion
  • Schraube auf der Unterseite der Ladekontrolleuchte entnehmen, reinigen und mit gereinigtem Kabelanschluss wieder einbauen
  • Kabel anschließend gegen Anschluss D des Ladereglers auf Durchgang messen
  • Lichtschalter wieder montieren

Lichtmaschine

  • Wichtig: Der rechte Kohleträger darf keinesfalls entnommen werden da innenliegende Kontakte andernfalls verbogen würden
  • vordere Schlitzschraube des rechten Kohleträgers um eine Umdrehung lösen
  • hintere Schraube des rechten Kohleträgers lösen und entnehmen
  • Deckel nach vorn drehen und leicht mit der Schraube fixieren
  • hinteres Kabel (D) abschrauben und Kohle entnehmen
  • Durchgang des Kabels zur Anschlussschraube der Ladekontroll- leuchte (unter Lichtschalter) und Anschluss D des Ladereglers messen
  • vorderer Kabelanschluss (F) gegen Anschluss F des Ladereglers auf Durchgang messen
  • Anschluss F gegen Masse messen ⇒ kein Durchgang
  • Anschluss F gegen Anschluss D messen ⇒ ca. 3,4 - 4 Ohm
  • Führung der Kohle im Kohleträger im eingebauten Zustand z. B. mit Wattestäbchen reinigen
  • Kohle auf Verschleiß sichten und reinigen
  • linken Kohleträger nach Entfernung der Ölsteigleitung abbauen und alle Bestandteile gut reinigen, Kohleführung auf Leichtgängigkeit prüfen
  • Kollektor auf der Lichtmaschinenwelle durch die Gehäuseöffnung z.B. mit Schleiffließ und Bremsenreiniger säubern
  • Kohleträger und Kohle wieder montieren jedoch den Kohleträger nur hinten befestigen sodass noch keine Masseverbindung über den Massedraht hergestellt ist
  • die Ölsteigleitung kann wieder montiert werden
  • gereinigte Kohle in den rechten Kohleträger einführen, auf Leichtgängigkeit prüfen und mit Befestigungsschraube ohne Kabel fixieren
  • Messgerät zwischen Masseanschlussdraht (links) und Anschluss D (Kohlebefestigung) anschließen
  • unter Beobachtung des Messgerätes den Motor langsam mittels Kickstarter durchdrehen. Ein gleichmäßiger Durchgang in jeder Position muss gegeben sein
  • Messgerät zwischen Masseanschlussdraht (links) und Fahrzeugmasse anschließen
  • unter Beobachtung des Messgerätes den Motor langsam mittels Kickstarter durchdrehen. Es darf in keiner Position Durchgang gemessen werden.
  • mittels Schraube den linken Kohleträger befestigen und gleichzeitig den Massedraht fixieren
  • hinteres Kabel am rechten Kohleträger anschliessen
  • kurzfristige, fliegende Verbindung zwischen Batterieplus und hinterem Anschluss (D) des rechten Kohleträgers herstellen → Polarisieren der Lichtmaschine

So habe ich es gemacht, einen wirklich schlimmen Fehler nicht gefunden, aber die Gesamtheit der Maßnahmen, die Reini­gung und neue Fixierung aller Kontakt­punkte hatten wohl ihre Wirkung. Die Elektrönchen fanden auf den rechten Pfad zurück und dort werden sie hoffentlich bleiben. So ganz traue ich dem Frieden noch nicht, fahre immer mit Reservebatterie und einem ständigen Blick auf die rote Lampe und das nachgerüstete Amperemeter mal sehen wie weit ich kommen.

Thomas Schwarz

hauptseite/technik/baugruppen/elektrik/lichtmaschine/fehlersuche3.txt · Zuletzt geändert: 10.01.2020 18:40 von Wolfgang Hense

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