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Kondensator

Entwicklung

Kondensator

Der Kondensator der NIMBUS wurde von verschiedenen Herstellern, u.a. den Hydra-Werken Berlin zugekauft. Das zylindrische Gehäuse bestand anfangs aus vernickeltem oder cadmiertem Messing und später aus Aluminium. Seine Abmessungen betragen 44 mm Länge und 17 mm Durchmesser. Die Kapazität beträgt 0,26 - 0,34 µF (Micro-Farad).

Kondensator ist Kondensator

Artikel aus Nimbus-Info 46/2011
von Wolfgang Hense und Peter Schönbeck

Ganz so einfach ist es natürlich nicht aber viel einfacher wie die meisten denken. Der Kondensator ist ein laienhaft gesehen ein kleiner schneller Stromspeicher dessen Leistung in Farad angegeben wird. An unserer Nimbus sind zwei Kondensatoren verbaut. Der für uns Unsichtbare sitzt in der Hupe und verrichtet dort unbemerkt seinen Dienst. Der für die Zündanlage sehr wichtige und im Verteilergehäuse klemmende Kondensator (7433, Plan 4A) wurde von der Hydrawerke AG, Berlin, welche ab 1943 zum AEG-Konzern gehört, hergestellt. Unser NIMBUS Modell C wurde vom Anfang bis zum Ende ihrer Produktion mit einer unveränderten Batteriezündung gebaut. Alle Ersatzteile sind daher nicht baujahrgebunden.

Zur Technik

Die Versorgung der Zündspule mit der Arbeitsspannung von mind. 6 Volt erfolgt über das grüne Kabel welches über das Zündschloss geschaltet und mittig unterhalb der Zündspule angeschlossenen wird. Von dort fließt der Strom innerhalb der Zündspule durch die Primarwicklung und verlasst diese dann durch den dicken, in den Verteiler reichenden, Stift zum beweglichen Teil des Unterbrecherkontaktes. Wird nun durch entsprechende Stellung des Afbryderfirkants (Verteilernockens) der Unterbrecherkontakt geschlossen wird auch der Stromkreis gegen den an Masse liegenden festen Teil des Unterbrecherkontaktes geschlossen. Nun kommt der Kondensator zum Einsatz. In dem Moment in welchem sich der Kontakt durch die weitere Drehung des Afbryderfirkants wieder öffnet, würde ohne Kondensator ein Funke gezogen, der innerhalb kurzer Zeit die Kontaktflächen des Unterbrechers verbrennen wurde. Der parallel zum Unterbrecherkontakt (Gehäuse an Masse / Kabelanschluss an der Feder des beweglichen Teil des Unterbrecherkontaktes) angeschlossene Kondensator nimmt die anfallende Spannung auf und puffert sie kurzfristig um sie bei geschlossenen Kontakt wieder abzugeben. Durch dieses ständige Ein / Aus-Schalten des Unterbrecherkontaktes und der zusätzlichen Stromspeisung durch den Kondensator wird die Sekundarwicklung der Zündspule animiert einen entsprechenden Zündstrom zu produzieren. Die Sekundarspule gibt dann ihre Spannung im Bereich von ca. 12000 Volt über den Kohlestift mit Feder in der Mitte der Zündspule an den Verteilerläufer (Verteilerfinger) ab. Von hier aus wird über den rotierenden Verteilerläufer berührungslos die Zündspannung an den entsprechend der Zündreihenfolge nächsten Kontaktwinkel, welcher außerhalb mit der Buchse für das jeweilige Zündkabel verbunden ist, abgegeben.
Ein aufgeladener Kondensator verursacht unangenehme Stromschläge. Er sollte daher, bevor man ihn berührt und ggf. misst, durch Masseschluss (Unterbrecherkontakt ist geschlossen, Zündung ist aus) entladen werden. Der Zündkondensator muss fest mit der Fahrzeugmasse verbunden sein, gegebenenfalls ist die Klammer nachzubiegen. Das Anschlusskabel muss fest mit dem Knikserkontakt (Unterbrecherkontakt) verbunden sein. Das Anschlusskabel ist so zu verlegen dass Schaden am Kabel vermieden werden. Sind bei richtigem Unterbrecherkontaktabstand (0,7 mm) die Kontaktflächen stark verbrannt ist der Kondensator unwirksam. Sein Totalausfall lässt sich mit einem Widerstandsmessgerat ermitteln. Hierzu wird der Kondensator ausgebaut und mit dem Ohmmeter – Kondensatorgehäuse gegen Kabelschuh - gemessen. Ein funktionstüchtiger Kondensator baut stetig einen höheren Widerstand auf. Ein defekter Kondensator hat einen Endloswiderstand. Solltet ihr ein digitales Multimeter mit der Möglichkeit der Kapazitätsmessung haben kann zusätzlich hier der Wert des Kondensators ermittelt werden. Ein von mir bei Niels Nielsen gekaufter Kondensator brachte es auf einen Messwert von 0,34 μF.

Ersatzbeschaffung

Der Originalkondensator der NIMBUS war mit einem Wert von 0,26 – 0,34 μF (Mikrofarad) und den Maßen 17 mm Ø, 34 mm Länge und mind. 70 mm Anschlusskabel angegeben. Natürlich hat der vorsorgende NIMBUS-Freund einen Ersatzkondensator im Bastelkeller welcher aber dort nicht hilfreich ist. Ein Kondensator aus dem Elektronik-Fachgeschäft ist keine Ersatzlosung, da dieser für die beim KFZ vorhanden Leistungsbereiche ungeeignet ist. Nicht nur kurzfristig kann jeder andere Kondensator mit ähnlicher Leistung aus einer anderen Zündanlage, ohne Schaden befürchten zu müssen, verwendet werden. Der Ersatzkondensator muss natürlich mit festem Kontakt zur Fahrzeugmasse im Verteilergehäuse geklemmt, dass Kabel ordentlich verlegt und der Kabelanschluss gut befestigt sein. Zu große Kabellängen sind baldmöglichst zu kürzen da dieses zu Leistungseinschränkungen führt.

Zusammenfassung

Der Kondensator

  • steigert die Zündspannung erheblich
  • vermindert den Kontaktabbrand des Unterbrecherkontaktes

Merke: Jeder Fremd-Kondensator ist besser als ein defekter Kondensator

hauptseite/technik/baugruppen/elektrik/kondensator.txt · Zuletzt geändert: 20.01.2015 17:20 von Wolfgang Hense

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