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Batterie

Die Fläche des Batterieträgers der NIMBUS ist ohne Umbauten auf 123 x 93 mm beschränkt. Daher ist ordentlich passend lediglich die schwarze Bleibatterie von Blitz oder AWS 01611 im Hartgummigehäuse zu empfehlen welche sich dank des Deckels auch gut mit dem serienmäßigen Haltebügel befestigen läßt. Da es sich bei dieser Batterie um einen Blei-Säure-Batterie handelt ist sie entsprechend umsichtig zu behandeln.

Batterietest

Batterie AWS 01611 Einen Aufschluss über den Allgemeinzustand seiner Batterie bekommt man auch durch einen kurzen Belastungstest entweder mit der Hupe oder der kompletten Beleuchtungsanlage (Fern-/Abblendlicht + Rücklicht + Bremslicht). Den Test mit der Beleuchtungsanlage sollte man jedoch nur in Mittelstellung des Zündschlosses (Schlüsselstellung 1), Schlüssel lässt sich herausziehen - Beleuchtung lässt sich schalten - Ladekontrolllampe leuchtet nicht, durchführen. Ein minutenlanger Test mit eingeschalteter Zündung (Schlüsselstellung 2) kann zu einer Überhitzung und damit einer Schädigung der Zündspule führen.

Ladezustand kontrollieren und Laden

Klemmenspannung Ladezustand ca.
6,36 V 100%
6,18 V 75%
6,03 V 50%
5,74 V 25%
5,25 V 0%

Säureheber Eine weitere Möglichkeit den Ladezustand zu kontrollieren ist neben der Messung mit einem Voltmeter die Bestimmung der Säuredichte mittels Säureheber. Dieser ist für ca. 2 Euro im Fahrzeugzubehörhandel erhältlich.

Säuredichte Ladezustand ca.
1,28 – 1,26 kg/l 100%
1,25 – 1,24 kg/l 75%
1,23 – 1,21 kg/l 50%
1,20 – 1,13 kg/l 25%
unter 1,12 kg/l 0%

Ergebnisse:

Batterie schlechter Ladezustand - Batterie entladen - Klemmenspannung gering

  • Hupe tönt nicht / Helligkeit der Beleuchtung nur schwach

Batterie geladen - Batterie geschädigt - Klemmenspannung gut

  • Hupe versagt nach kurzer Zeit / Helligkeit der Beleuchtung nimmt innerhalb kurzer Zeit extrem ab / Klemmenspannung stark gesunken

Batterie geladen - Batterie in gutem Zustand

  • Hupe hält Ton mindestens eine Minute - Beleuchtung auch nach Minuten noch unverändert hell - Klemmenspannung sinkt wenig

Laden mit Konstantladegerät

Bleibatterien sollten grundsätzlich mit 10 % der auf der Batterie angegebenen Nennleistung (Ah) geladen werden. Durch den je nach Ladezustand unterschiedlichen Widerstand (Leitfähigkeit) der Batteriesäure, 33,5 %iger Schwefelsäure, verringert sich der Stromfluss bei zunehmendem Ladezustand bis gegen null. Eine Überladung ist daher mit einem Konstantstrom-Ladegerät kaum möglich. Der Ladeprozess sollte bei einer Bleibatterie je nach Ladezustand nicht länger wie 10 Stunden andauern (10 * 10 %). Bei allen Blei-Säure-Batterien kann der ungefähre Ladezustand mittels Volt-Messgerät ermittelt werden. Die Meßwerte sollten jedoch erst 2 Stunden nach der Ladung und bei ca. 20 Grad C ermittelt werden wenn sich die Batterie wieder beruhigt hat. Bei Bleibatterien mit Brücken kann immer auch der Ladezustand einzelner Zellen ermittelt werden. Hierbei ermittelte Werte mit größerer Differenz lassen auf eine defekte Zelle schließen.

Laden mittels Lichtmaschine / Regler

Im Gegensatz zum oben angeführten Ladevorgang mit einer konstanten Spannung findet das Laden des Stromspeichers im Fahrbetrieb mit unterschiedlichen Spannungen und Stromstärken statt. Dieses ist abhängig von der jeweiligen Drehzahl des Motors und dem Strombedarf der für den Motor- und Fahrbetrieb benötigten Verbraucher. Hierzu gehören die Zündspule, die unterschiedlichen Leuchten und die Hupe. Die Aufgabe der Steuerung der Ladespannung übernimmt der Lichtmaschinenregler.

Batterie "kocht"

Ursächlich ist hier eine Batterie mit Vorschädigung durch mangelnden Flüssigkeitsstand oder falscher Säuresättigung und ein defekter Regler. Auch eine schlechte Masseverbindung oder bei alten mechanischen Reglerausführungen Kontaktkorrosion sind die häufigen Ursachen. All diese Gründe führen zu einer durch den Regler verursachten Überspannungsladung der Batterie. Diese wiederum erwärmt sich hierdurch übermäßig. Gleichzeitig führt die höhere Spannung zu einem geänderten chemischen Prozessablauf zwischen Anode und Kathode woraufhin die dazwischen befindliche Batteriesäure zu Kochen beginnt. Bei mehrmaligen Auftretens dieser Erscheinung ist die Batterie nicht mehr zu retten und der Regler muss überholt oder ggf. gegen einen funktionsfähiges Exemplar gleicher Leistung ausgetauscht werden.

Ersatzlösung

Da auch bei bester Pflege und Überwachung des Flüssigkeitsstandes eine Blei-Säure-Batterie früher oder später ihre Leistung nicht mehr dauerhaft speichern kann ist Ersatz notwendig. Eine sehr günstige Lösung ist die Verwendung von wartungsfreien Gel-Akkus die im alten Gehäuse „versteckt“ werden.

Arbeitsschritte

Vor dem Entkernen des Gehäuses muss die Batteriesäure entfernt und anschließend ordnungsgemäß entsorgt werden. Bitte achtet dabei sehr darauf Schwefelsäurespritzer auf Körper und Kleidung zu vermeiden. Nach dem Abgießen der Säure sollte das Gehäuse noch mehrmals mit klarem Wasser gespült werden. Es gibt nun zwei Möglichkeiten die Deckel der Zellen zu entfernen. Entweder man taucht die Batterie kopfüber in kochendes Wasser bis der Bitumendeckel weich wird oder man vollführt diese Arbeit von oben vorsichtig mit einer Heißluftpistole ohne das Gehäuse zu sehr zu erhitzen. Ist das Vergussmaterial lange genug erwärmt kann man mit Hife einer Zange, die man an den Zellenbrücken ansetzt, das komplette Innenleben aus dem Gehäuse ziehen welches ebenfalls ordnungsgemäß entsorgt werden muss. Nun müssen je nach Platzbedarf noch die Trennwände zwischen den Zellen vorsichtig herausgebrochen oder -gefräst werden.

Biltema 14 AH Batterie im alten Gehäuse

Eine aus eigener Erfahrung sehr gute Lösung ist der Einbau einer in Dänemark erhältlichen wartungsfreien 14 AH Batterie die mit ihren Abmessungen genau in das ausgeräumte alte Gehäuse passt. Hier wurden die Batterieanschlüsse der alten Batterie wiederverwendet.

Bezugsquelle für den Akku:
www.Biltema.dk
Größe: 105 x 77 x 140 mm
Nennspannung: 6 V 14 Ah
Artikelnummer: 80242
Preis derzeit: 199 Dkr / ca. 26,70 Euro
(ich habe häufig ein neues Exemplar für Nimbus-Freunde vorrätig)

hauptseite/technik/baugruppen/elektrik/batterie.txt · Zuletzt geändert: 24.05.2017 13:05 von Wolfgang Hense

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