Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


hauptseite:gesetz:kennzeichenentwicklung

Kennzeichen an Motorrädern in Deutschland und Dänemark

Vordere Kennzeichen in Deutschland

Grundsatz

In der Rechtsverordnung vom 13.11.1937 (Reichsgesetzblatt, Teil I, Seite 1215 ff); im Wesentlichen am 01.01.1938 in Kraft getretenen Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Straßenverkehr (Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung - STVZO) wurde in § 60 Abs. 5 verordnet:

„Bei Krafträdern ist das vordere Kennzeichen beiderseitig beschrieben in der Fahrtrichtung angebracht; es kann der Kotflügelrundung entsprechend gekrümmt sein; seine Vorderecken sind abzurunden.“

In der 1. Neufassung vom 24.08.1953 wurde der folgende Wortlaut nun in § 60 Ausgestaltung und Anbringung der amtlichen Kennzeichen Abs. 3 verwendet:

„Krafträder brauchen im innerdeutschen Verkehr ein vorderes Kennzeichen nicht zu führen. Wird ein solches Kennzeichen in der Fahrtrichtung angebracht, so kann es der Kotflügelrundung entsprechend gekrümmt sein. Seine Vorderecken sind abzurunden; seine vordere und seine obere Kante müssen wulstartig ausgestaltet sein.“

In der 2. Neufassung vom 28.09.1988 der STVZO wurde in § 60 Abs. 3 der gleiche Wortlaut verwendet.

Am 28.02.2007 wurde der § 60 der STVZO gemäß der Verordnung zur Neuordnung des Rechts der Zulassung von Fahrzeugen zum Straßenverkehr und zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften (FZV-EV) aufgehoben und in neuer Fassung in die neu geschaffene Verordnung über die Zulassung von Fahrzeugen zum Straßenverkehr (Fahrzeug-Zulassungsverordnung - FZV) überführt. Hierin wiederum findet man in der aktuellen Fassung den Wortlaut zur Kennzeichenpositionierung an Motorrädern in § 10 Abs. 5 Satz 3

„Bei einachsigen Zugmaschinen genügt die Anbringung an der Vorderseite, bei Anhängern und bei Krafträdern die Anbringung an deren Rückseite.“

Somit ist es auch heute noch in Deutschland erlaubt zusätzlich zum gesetzlich vorgeschriebenen hinteren Kennzeichen ein Zusätzliches auf dem vorderen Schutzblech anzubringen.

Ausgestaltung:

In keiner Ausgabe der STVZO oder FZO wird explizid auf die Größe des vorderen Motorradnummernschildes eingegangen jedoch könnte man sich bei einer Erstellung die unten angegebenen Werte in Millimetern zunutze machen.

Hintere Standardkennzeichen in Deutschland

Kennzeichengrößen

Jahr zul. Breite zul. Höhe Zeichen-
höhe
Hintergrund /
Schrift
Bemerkung Quelle Beispiele für
Stadt Göttingen
STVZO
ab 1.1. bzw 1.4.1937
310 / 190 62 / 121 50 / 50 weiss
schwarz
ein- o. zweizeilig
vereinzelt schwarz / weiss
vereinzelt sechseckige zweizeilige Form
Reichsgesetzblatt 1937,
Teil I, Nr. 123, S. 1215 ff
STVZO
Kennzeichen Deutsches Reich 1906 - 45 Provinz Hannover
STVZO
ab 1946
weiss
schwarz Lack
je nach Einführung und Besatzungsmacht auch Andere
hier brit. Besatzungszone 1946
Kennzeichen brit. Besatzungszone Niedersachsen  - Bezirk Hildesheim - Stadt Göttingen 1946
STVZO
ab 1946
farbig
schwarz Lack
je nach Einführung durch Besatzungsmacht auch noch Vorheriges
hier brit. Besatzungszone 1947
Kennzeichen brit. Besatzungszone Niedersachsen  - Bezirk Hildesheim - Stadt Göttingen 1947
STVZO
ab 1948
300 180 schwarz
weiss
sechseckige, zweizeilige Form
B = britisch N = Niedersachsen
62 = Göttingen Stadt & lfd. Nr.
Kennzeichen brit. Besatzungszone Niedersachsen Stadt Göttingen 1948 - 56
STVZO
ab 1. Mai 1956
280 oder 340 200 77 weiss
schwarz
Zeichen erhaben
nur zweizeilig BGBl 1956 Teil I
Nr. 19 vom 30.04.1956
Kennzeichen 1956 - 2007
FZV
ab 1. März 2007
180 oder 220 200 49 weiss
schwarz
Zeichen erhaben
nur zweizeilig BGBl 2006 Teil I
Nr. 21 vom 29.04.2006
Kennzeichen ab 2007
FZV
ab 2020
255 130 49 weiss
schwarz
Zeichen erhaben
nur zweizeilig
für Motorräder vor Bj 1959
in Bearbeitung kennzeichen ab 2020

Kleines Kennzeichen:

Für das Erhalten eines kleinen Kennzeiches kann als Begründung angeführt werden:
Quelle: Bundesrat Drucksache 397/20 vom 19.09.2020 Seite 12
Der Bundesrat hat in seiner 993. Sitzung am 18. September 2020 beschlossen, der Verordnung gemäß Artikel 80 Absatz 2 des Grundgesetzes nach Maßgabe folgender Änderungen zuzustimmen:
§ 50 wird wie folgt geändert:
a) Nach Absatz 1 wird folgender Absatz 1a eingefügt: „(1a) Krafträdern, die vor dem 1. Januar 1959 erstmals in den Verkehr gekommen sind und deren Hubraum 50 cm3 übersteigt, sind verkleinerte zweizeilige Kennzeichen nach Nummer 1 Satz 1 Buchstabe d der Anlage 4 zuzuteilen, es sei denn, der Halter stellt einen abweichenden Antrag.“

Sollte die zuständige Zulassungstelle dennoch kein „kleines“ sondern nur die Standard-Kennzeichen ausgeben wollen ist es manchmal hilfreich sich vom geneigten TÜV-Prüfer im Rahmen der Begutachtung einen Eintrag vermerken zu lassen indem darauf hingewiesen wird das die originale Nummernschildbeleuchtung für das Ausleuchten den Standard-Kennzeichens nicht ausreichend ist. Eine Änderung an der Beleuchtungseinrichtung widerspricht jedoch einer H-Zulassung.

Hinweis: Hintere Kennzeichen waren und sind immer mit nicht nach hinten strahlenden, weißem Licht auszuleuchten.

Kennzeichen in Dänemark

Grundsatz / Entwicklung

Ebenso wie in Deutschland ist es auch in Dänemark notwendig ein Nummernschild an seinem Fahrzeug zu führen. Ein einmal einem Fahrzeug zugeteiltes Kennzeichen verbleibt an diesem solange es in Dänemark existiert. Ein Umbeschildern ist nicht notwendig. Während es in Deutschland wenige unterschiedliche Formen und Farbkombinationen gab waren und sind diese in Dänemark nach wie vor zulässig und verbreitet.

  • Nutzfahrzeuge die auch privat genutzt werden dürfen und für die nur die Hälfte der üblichen Abgaben bezahlt wurde sind mit einem Kennzeichen versehen an welchem der Buchstabe (Gebietskennzeichnung) bzw. Polizeihand und Buchstabe schwarz und der Hintergrund gelb gehalten ist. Diese im Volksmund „Papageienplatten“ genannten Kennzeichen gibt es seit 1953 auch für Motorräder.

  • Nummernschilder mit ganzflächig gelben Hintergrund sind reine Firmen- bzw. Nutzfahrzeuge und abgabenbefreit.

  • An einzeilige Kennzeichen mit mehr wie drei Ziffern wurde zur Verbesserung der Lesbarkeit nach der zweiten Ziffer einen zentriert angeordneter Punkt gesetzt. Bei zweizeiligen Kennzeichen entfiel der Punkt da nach der zweiten Ziffer der Zeilenwechsel erfolgte.

  • Alle von 1930 bis 1975 in Dänemark ausgegebenen Nummernschilder wurden im Ravnhol Emaljeværk in Kopenhagen hergestellt.

hånd med øje

Von 1701 bis zum 30. April 1994 wurde die Hand mit Auge (hånd med øje) von der danischen Polizei als Erkennungszeichen benutzt. Abgeleitet ist diese Darstellung vermutlich aus der griechischen Mythologie. Man verknüpfte hier die allsehenden Augen des Drachen Argus mit einer helfenden Hand. Das Symbol fand sich nicht nur auf Kennzeichen sondern auch auf vielen Gegenständen (z.B. auf Uniformknöpfen) im Polizeialltag wieder.

Vordere Kennzeichen in Dänemark

Nummernplatte vorn

Bis zum 30.03.1958 war es gesetzlich vorgeschrieben auf dem vorderen Kotflügel ein aufrecht stehendes Kennzeichen zu führen.

  • Dieses hatte beidseitig alle Beschriftungen des hinteren Kennzeichens.
  • Die Schrift folgte nicht dem Radius des Kotflügels.
  • Ziffernfolgen mit fünf Ziffern wurden nach der zweiten Stelle von einem zentrierten Punkt getrennt.

Mit Wegfall dieser Vorschrift wurde gleichzeitig die weitere Nutzung der alten, vorderen Kennzeichen untersagt sodass diese demontiert werden mussten.

Hintere Kennzeichen in Dänemark

Kennzeichen bis 30.03.1950






Diese „Nummernplade“ war bis zum Produktionsende der Nimbus aus schwarz emailliertem Stahlblech mit um 90° gekanteten Seiten hergestellt. Das Kennzeichen war zweireihig ausgestaltet und trug bis zum 30.06.1950 links oben einen Buchstaben mit darunter angeordneter „Polizeihand“. Zusätzlich befanden sich 3 - 4 Zahlen auf zwei Reihen verteilt auf dem Nummernschild.




Kennzeichen ab 01.04.1950





Ab dem 01.07.1950 entfiel die Polizeihand. Die Schrifthöhe war nun einheitlich.





Kennzeichen ab 01.04.1950




Ab 1953 konnte man auch für Motorräder, welche ausschließlich zum Transport von Lasten bestimmt waren, ein sogenanntes „Papageienkennzeichen“ beantragen. Die gelbe Farbe wies auf ein abgabenreduziertes Fahrzeug hin.





Kennzeichen ab 01.04.1958



Am 01.04.1958 kam ein zweiter Buchstabe und eine weitere Zahl hinzu. Die Aufteilung zeigte in der oberen Reihe zwei Buchstaben und zwei Zahlen und in der unteren Reihe drei Zahlen. Auch hier waren Papageienkennzeichen möglich.







Seitenwagen

Seitenwagenkennzeichen

Im Gegensatz zur deutschen Gesetzgebung, in der ein Motorrad mit Seitenwagen als zusammengehörig gewertet wird und der Seitenwagen keines Kennzeichens bedarf, ist ein Seitenwagen in Dänemark seit 1921 mit einem eigenen Kennzeichen auszustatten. Die abgebildeten Emaillekennzeichen hatten einen Durchmesser von 9 cm mit einem 2 cm breiten, schwarzen Rand. Die Kennzeichenform mit Nr. 8/261 wurde bis zum 30.03.1958 ausgegeben. Die Nachfolgeausführung bildet Kennzeichen 8 263 ab.
Ebenso wie in anderen Fahrzeugkategorien müssen abgabenbefreite und nur zum Transport von Lasten bestimmte Seitenwagen kenntlich gemacht werden. Hier wurden drei Versionen verwendet. Von 1921 bis zum 30.06.1950 wurde die weiße Version Nr. 8/261 mit einem runden Zusatzschild, auf welchem die „Argus-Hand“ in rot abgebildet war, verwendet. Ab 01.07.1950 entfiel das Zusatzschild und es wurde Kennzeichen 8/262 verwendet. Ein weiterer Wechsel fand am 1.4.1958 statt (BS 264) und hatte bis zum 1.10.1968 bestand.

Behördenkennzeichen

Da ein Großteil der Nimbus-Motorräder bei verschiedenen Behörden und Institutionen gefahren wurde rüstete man diese den Vorgaben entsprechend auch mit den vorgeschriebenen Kennzeichen aus.

Hærens Tekniske Korps (HTK) / Forsvaret (Militär)

Die Kennzeichen des Militärs sind bis Heute in allen Teilstreitkräften durchnummeriert. Sie unterscheiden sich jedoch ab 1950 durch andersfarbige Hintergründe, während bis dahin einheitlich schwarze Emailleschilder mit weißer Schrift verwendet wurden. Den Ziffern wurde außerdem je nach Teilstreitkraft ein in gelb gehaltenes Symbol vorangestellt. Das Heer verwendet das Reichswappen, die Marine einen Anker und die Luftwaffe ein Flügelpaar. vorderes Kennzeichen Heer Ab 1950 änderte man die Hintergrundfarben. Das Heer bekam nun einen roten und die Luftwaffe einen blauen Hintergrund. Die Marine behielt Schwarz. Gleichzeitig wurden auch die Kennzeichen der Seitenwagen geändert. Hier entsprach der äußere Ring nun der Hintergrundfarbe des Kennzeichens. Die Beschriftung erfolgte in Schwarz auf weißem Hintergrund.


Auf dem Seitenwagenkotflügel wurden zusätzlich runde Schilder mit der Kurzbezeichung der militärischen Einheit angebracht.


Civilforsvar (Zivilschutz)

Civilforsvar nummernplade ab 1951

Diese Fahrzeuge wurden in den 30er Jahren mit einem weißen Kennzeichen mit schwarzer Schrift ausgestattet. Ab 1936 verwendete man schwarze Kennzeichen mit weißer Schrift und häufig mit den Buchstaben CF. Ab 1951 hatten die Kennzeichen einen blauen Hintergrund und gelbe Schrift sowie einen Bindestrich als Trennzeichen. Über den Buchstaben CF war eine Krone abgebildet.

Politi (Polizei)

Die dänische Polizei benutzt im Gegensatz zu ihren deutschen Kollegen immer zivile Kennzeichen entsprechend den üblichen Vorschriften.

Post

Auch die dänische Post nutzt ausschließlich zivile Kennzeichen.

Anmerkung:

Alle hier abgebildeten dänischen Kennzeichen dienen nur der Darstellung. Schriftart und Größe entsprechen nicht dem Original.

Bei Kennzeichen auf denen der Punkt nicht zwischen den Zahlen zentriert sondern auf der Grundlinie steht handelt es sich um Ersatzkennzeichen die z.B. bei Verlust oder Beschädigung ausgegeben wurden.

Quelle und Fotos:
Geschichte der dänischen Kennzeichen
danske nummerplader

hauptseite/gesetz/kennzeichenentwicklung.txt · Zuletzt geändert: 29.03.2021 22:33 von Wolfgang Hense

Seiten-Werkzeuge